Lebensgefühl Rockmusik HH aus EE
Gelber Löwenzahn 27.03.2014 Manch junges Paar baut sich ein kleines Häuschen, die Einfahrt normgerecht mit roten Steinen zugeklebt, ein fester Weg aus dicken Platten führt am Tor vorüber, dahinter schon das neue Auto steht. So wächst hier Haus an Haus, verbunden durch ein schwarzes Band Asphalt und hinter ihren Türen werden die Bewohner langsam alt. Nur so ein Rentner fegt nicht gern der Menschen Füße Bahn. Hier sammelt Erde sich in kleinen Spalten und unbemerkt wächst vor dem Haus aus dem Beton ein gelber Löwenzahn. Wandern 11.10.2012 Lass’ mich über Hügel wandern, sanft und weich bis tief zum Tal, fühlen, wie auf Wellen gleiten, wie sie beben, mal um mal. Lass’ den warmen Wind mich spüren und den Tau am Blütenrand, auf der feuchten Wiesen liegen, tausendfach die Haut verbrannt. Lass’ mich immer wieder steigen, hoch zum Gipfel unterm Dach, wo die wilden Stürme fegen, leg ich mich und werde schwach. Will auch wieder abwärts wandern, Stück um Stück zum Wiesengrund, wo die weichen Moose wuchern, schlaf ich ein und träume bunt. BlümchenSex 06.09.2013 Ein Blümchen mit ’nem langen Stiel liebt eine andre Schöne, schickt etwas Blütenstaub zu ihr, mit Bienchen’s krümme Beene, sie sind ein prachtvoll Blümchenpaar, ha’m Sex durch Bienchen’s Gaben und Bienchen zeigt’s der ganze Welt mit Honig aus den Waben. Des süßen Honig’s zäher Brei genießen wir mit Wonne, derweil ein zartes Stengelpaar stöhnt schmachtend in der Sonne. Saitenschw(l)ingen 13.08.2013 Begegnet dir vielleicht im Leben mal etwas Schönes, halt es fest, wenn du es liebst, gib’ es nie wieder, was sich nicht zwei Mal finden lässt. Fühlst eine Saite in dir schwingen, rauscht eine Melodie wie Meer, die Töne werden sich verschlingen, das leise Lied gibst du nie her. Wenn eines Tags geleert dein Becher, hast viel erkannt, dein Leben reich, werden die Wellen fernab schwingen, ihr Nachklang singt den Abschied weich. Mohn im Feld 28.05.2015 Wir haben an so einem Feldrain gelegen, dein Blick über hellgelben Raps glitt so weit. Der wiegt seine Köpfe im lauwarmen Winde, als tanze er uns einen Wimpernschlag Zeit. Berauscht von dem Blühen, betäubt durch die Pollen, vom weinroten Leuchten des duftenden Mohn, inmitten von gelb lockten rot seine Tupfer, wir liebten im Sommer, wie im Jahr zuvor schon.