Lebensgefühl Rockmusik HH aus EE
Eingefroren und erstarrt (zusammengeklappert  im Februar 2010) So langsam schließt sich jede Pore, vor lauter Frost erstarrt der Rotz, die Kälte kriecht den Rücken runter, mein Herz schlägt weiter, nur aus Trotz. Am Morgen klappern schon die Knochen und meine Zähne klappern auch, mir wachsen Flecken an den Wangen, ein Fettpolster schützt meinen Bauch. Man(n) quält sich in die langen U-Jeans, Frau wühlt die Liebestöter raus, mein Nachbar trägt schon drei paar Socken und traut sich kaum noch aus dem Haus. Du bist verpackt wie eine Zwiebel und trotzdem zwickt der Frost am Arsch, ein kalter Wind packt deinen Nacken, unter den Füßen knirscht der Harsch. Im Bärtchen glitzern Eiskristalle, Atem gefriert, kaum ist er raus und kommt man rein, beschlägt die Brille, bist blind wie eine Fledermaus. So mancher Zipfel wär’ erfroren, hätt’ man(n) nicht tausend Pellen an und auch an Frauchens Heiligtümer schlich sich der böse Frost heran. Du steigst in’s Auto, drehst den Schlüssel, doch nichts passiert, hörst keinen Laut, hast wohl die Batterie vergessen – das dauert, bis die wieder taut. Du stampfst zum Bahnhof, kaufst ’ne Karte und frierst am Bahnsteig, stundenlang – es kam ja schon zu warmen Zeiten hier selten mal ein Zug entlang. Man hofft, es sollte wärmer werden, doch schon droht neues Ungemach, tief aus Sibirien’s Frostfabriken rückt kältefrische Eisluft nach. Das ist ein ganz normaler Winter, es liegt nur Schnee, die Luft erstarrt. Am besten ist’s, ich bleib’ heut’ liegen, vielleicht wird mal was and’res hart? Flugstunde im Schnee 26.11.2010 Es kommt vom kalten Nordpolarien, dort, wo statt Autos Schlitten fahrien, der erste Schwung vom nassen Schnee: Bin schon gerutscht, mein Arsch tut weh. Das war ein leicht beschwingtes Segeln, den flachen Hang hinab zu kegeln, die Arme weit und Füßchen hoch: Mir schmerzt der Kopf, der Rücken och. Fast noch im Flug, mit fuffzig Sachen, erstarb mir schon im Hals das Lachen, lag wie ein Käfer auf dem Rücken – ’s ist Winter schon, oh welch Entzücken! Nach diesem Schrei war’s still und leise, in meinem Kopf ein Wort nur – Scheisse, doch wenn wir Schnee ein Meter haben, werd’ wieder nackig ich drin baden. Wenn Schnee und Eis 25.11.2012 Wenn Schnee und Eis die Straßen glätten, woll’n wir wetten, dann beginnt er, der Winter. Wenn Lily’s Pfoten Schnee berühren, doch nicht frieren, ist der Hund kerngesund. Wenn alle wieder Glühwein kaufen und ihn saufen, trink ich Grog oder Bock. Wenn hoch vom Himmel Flocken fallen, wird uns allen, so wie immer, kalt und schlimmer. Hört unter’m Lichterbaum man Lieder, immer wieder, wird sie nuscheln: „Lass’ uns kuscheln.“ Eiseskälte 25.01.2014 Kommt Eiseskälte aus Sibirien, wir Männlein an die Glocken frierien und selbst den Damen im Geschmeide geht dieses Zwicken an die Nerven. Laut jaulen Hunde, Böcke blöcken, es piekt der Frost an allen Klöden, auch in der Sportfreunde Gewimmel, gefriert des Muskelmannes Nase. Es schrumpft der Körper, steif der Nacken, bald zittern jeden Arsches Backen, man steppt bei Kälte keinen Tanz, fest eingefroren zuckt kein Hahn.