Lebensgefühl Rockmusik HH aus EE
Nie wieder DDR! 07.10.2013 Was war die DDR doch doof! Die Kinder spielten auf dem Hof, sogar im Dreck und auch bei Regen, man ließ sie miteinander reden, manchmal auch schreien oder toben, die Lehrer tadelten und lobten und es gab Milch und Pausenbrot – ein Glück, die DDR ist tot! Was war die DDR beschissen! So vieles musste man vermissen, was ich jetzt haufenweise habe: Die IHK, das Amt und Wurst, die fade, die Kinder Azubi in Bayern, der Vater einen Job in Kiel, das war schon immer unser Ziel – ein Glück, dass doch die Mauer fiel. Was war die DDR längst pleite! Es gab kaum Autos und Geschmeide, wir aßen Rotkraut und Kartoffeln, statt Jeans, Präsent und Holzpantoffeln, Brikett und Fusel, weil wir frohren und Herbert Roth nur auf die Ohren, den Biermann zwang man in den Westen – irgend so ’n Blöder muss testen! Was war die DDR doch Müll! Nur Bonzen und das Volk hielt still, statt Plastikbeutel, Wurst in Zeitung, nur Konsumware, fade Kleidung, nur Losungen und Transparente, nicht mal ’ne Werbung, nur Polente und kaum ein Auto über hundert – dass wir gelebt haben, verwundert! Was war die DDR zum Kotzen! Dort konnten nur die Bonzen protzen, mit FDGB und Blockpartei’n, so lullten sie die Bürger ein, mit Strandurlaub auf Ostseeinseln, in Volkskunstzirkeln Farben pinseln und alles stets im Kollektiv – kein Wunder, dieses Land lag schief! Was war die DDR für’n Graus! Jetzt wohnt man in ’nem teuren Haus und wer nicht kann, wohnt gleich daneben, auf Bänken, Brücken, leeren Läden, die Vielfalt gab’s im Osten nicht, die Städte grau, da fehlte Licht, in jedem kleinen Dorf gab’s Brot – das Brot gibt’s noch, das Dorf ist tot. Die DDR vermiss’ ich nicht! Mir fehlt manch lachendes Gesicht, mir fehlt oft Achtung, Luft und Zeit und manchmal auch Zufriedenheit mit kleinen Dingen, kleinen Gaben – ich muss nicht immer mehr noch haben! Nicht besser, schneller, geiler, reicher, ich wollt’, wir wären öfter gleicher, so wie wir’s noch als Kinder waren – das ging verschütt in all den Jahren. Friedenstaube 22.05.2014 (frei nach dem Lied von Erika Schirmer) Kleine weiße Friedenstaube fliege übers Land, sage mir, wo all die Blumen stehen, an der Gräber Rand. Haben sie auch dich so betrogen, wie sie es noch immer tun? Frag’ die Toten dort unter Bäumen, warum so jung sie ruhn. Kleine weiße Friedenstaube, wann wird man je verstehn? Sag’ mir, warum sie Waffen bauen, doch selbst nicht morden gehn. Alle Menschen wollen nur Frieden, Arbeit, Bett und Brot, wenn wir weiter auf alle zielen, sind bald alle tot. Kleine weiße Friedenstaube, sag’ es allen hier, dass wir nirgends mehr Kriege wollen, leben wollen wir. A N G S T 28.01.2017 Ich habe Angst, weil viel zu viele wieder schweigen und weil die Politik nur für die Lobby lenkt. Ich habe Angst, weil sie für Dividenden sparen, doch niemand an des Volkes Wohlstand denkt. Ich fühle Wut, weil sie mit Ignoranz vergiften und unsre Sorgen nicht die ihren sind. Ich fühle Wut, weil sie nur eigene Taschen füllen, statt Schulspeisung für lau und jedes Kind. Mich kotzt es an, wenn sie von Wahl zu Wahl sich hangeln und Posten schieben wie im Warenhaus. Mich kotzt es an, wenn sie sich mehr Bezüge gönnen, doch Pfennigfuchser sind bei jeder armen Maus. Ich fühle Wut, weil sie Geschichte gern verbiegen und Krieg für sie ein Brettspiel scheint. Ich fühle Wut, weil sie an jedem neuen Schuss verdienen, der Leben auslöscht und kein Schütze weint. Ich bin entsetzt, wie sie die ganze Welt verramschen und sich gebärden wie beim Pokerspiel. Ich bin entsetzt, sie würden Völker wieder aufeinander hetzen, schon ist Vernichtung ihres Handelns Ziel.