Lebensgefühl Rockmusik HH aus EE
  17.03.2017 - zweiter Todestag Die Zeit rennt, liebe Heike, sie   verrinnt   wie   feiner   Sand   zwischen   unseren   Fingern.   Unaufhaltsam   und   kontinuierlich,   als   wäre   sie   ein   breiter   Fluss   im unendlichen   Nirgendwo,   der   uns   alle   ein   kleines   Stück   mitnimmt.   Und   manchmal   begegnen   sich   Menschen   auf   dieser   Reise. So   wie   Du   und   ich.   Dann   ist   man   gemeinsam   unterwegs   und   keiner   weiß,   wie   lange   noch.   Inzwischen   sind   auch   meine beiden   Freunde   Hannes   (03.04.1949   –   09.09.2016)   und   Gerhard   (18.05.1949   –   17.02.2017)   am   Ufer   gestrandet.   Sie   waren beide,   so   wie   ich   auch,   Jahrgang   1949.   Das   war   und   ist   bitter.   An   Tagen   wie   diesem,   Deinem   Todestag,   möchte   ich   am liebsten   die   Zeit   anhalten.   Für   die   Winzigkeit   eines   Augenblicks   einfach   nur   innehalten,   nachdenken,   besinnen,   das   eigene Leben wertschätzen! Es   sind   schon   viele,   die   inzwischen   am   Ufer   auf   mich   warten,   aber   sie   drängen   mich   nicht   zur   Eile.   Die   Zeit   kennt   keine   Eile, wir   Menschen   haben   sie   erfunden.   Eine   „Erfindung“,   die   nicht   notwendig   ist,   weil   sie   keiner   braucht   und   sie   uns   ein   Mit-   und Füreinander   raubt.   Mit   jedem,   der   zum   anderen   Ufer   trieb,   habe   ich   mehr   und   mehr   lernen   dürfen,   auf   Eile   zu   verzichten und   stattdessen   mehr   das   Gemeinsame   zu   suchen.   Denn   jedes   Mal,   wenn   jemand   ging,   spürte   ich   verpasste   Gelegenheiten für   Begegnungen   und   Erlebnisse,   die   man   hätte   gemeinsam   nutzen   können.   Auch   wir   beide   haben   das   leider   manchmal verpasst,   weil   andere   Dinge   scheinbar   viel   „wichtiger“   waren.   Wie   dumm   und   wie   schade!   Eine   späte   Erkenntnis   und Nachholen ist in der Zeit nicht vorgesehen. Für keinen von uns. Sollte   mich   irgendwann   das   andere   Ufer   mehr   locken,   als   die   Mitte   des   Flusses   mich   halten   kann,   dann   wünsche   ich   mir sehr,   viel   gemeinsame   Zeit   mit   Familie   und   Freunden   zurücklassen   zu   können.   Zurück   bleiben   dann   hoffentlich   viele   schöne Erinnerungen   an   gemeinsam   verbrachte   Stunden,   Tage,   Wochen   und   manchmal   auch   Jahre.   Doch   erst   einmal   möchte   ich   alt werden,   also   richtig   steinalt.   Vielleicht   als   „Ausgleich“   für   jene,   die   bereits   vorausgegangen   sind,   sollte   es   vorkommen dürfen,   dass   einige   auch   die   Chance   bekommen,   länger   bleiben   zu   können.   Bis   dahin   solltest   Du   Dich,   gemeinsam   mit meinen   einstiegen   Weggefährten,   noch   gedulden.   Dort,   wo   Du   jetzt   bist,   gibt   es   weder   Zeit   noch   Eile.   Es   wird   Euch   nichts ausmachen,   etwas   länger   auf   mich   zu   warten.   Vielleicht   könnt   Ihr   alle   vom   Ufer   aus   noch   ein   wenig   auf   mich   aufpassen.   Ich hab’s   nicht   so   eilig,   zu   Euch   zu   kommen,   denn   hier   sind   die   Familie,   die   Lieben,   meine   Freunde   und   viele   Menschen,   die mein Leben bereichern. Für sie brauche ich noch Zeit, ganz viel Zeit und keine Eile! Bis (viel) später, Hartmut                                                                                                                                                    25.08.2016 Liebe Heike, neun   Jahre   sind   inzwischen   schon   wieder   vergangen,   seitdem   wir   Dich   (und   einige   andere   Freunde)   bei   uns   zu   Hause empfangen   durften.   Es   sollte   eine   Ostmusik-Party   werden,   obwohl   ich   mit   solchen   Begriffen   wie   „Ostrock“   oder   „Ostmusik“ nicht   viel   anfangen   kann.   Eine   bunte   Meute   hatte   sich   damals   in   unserem   Garten   versammelt   und   alle   zusammen   hatten   wir für   ein   paar   Stunden   eine   Menge   Spaß   miteinander.   Ich   erinnere   mich   an   Hans,   den   wir   „Wodka“   nannten,   der   sich   mit   Dir darin   versuchte,   ein   Zelt   aufzubauen   oder   an   die   beiden   „Sonnen“,   die   ungebremst   die   „Clowns   vom   Dienst“   abspulten   und Lachsalven provozierten. Es waren einmalige und sehr intensive Stunden, wie ich heute weiß. Dass   dieser   25.   August   2007,   ein   heißer   Sommertag   bei   uns   in   Elsterwerda,   auch   Deine   Geburtstags-Party   werden   sollte,   hat sich   erst   spät   am   Abend   herausgestellt,   als   wir   längst   am   Lagerfeuer   saßen   und   hochgeistige   Getränke   unsere   Augen   und brennende   Tannenzapfen   die   Nacht   erhellten.   Es   sind   diese   und   andere   schöne   Erinnerungen,   die   heute,   am   25.   August 2016,   wieder   in   mir   hochkommen.   Manchmal   wünsche   ich   mir,   diese   Runde   noch   einmal   wiederholen   zu   können.   Doch   die Zeit   kann   man   nicht   zurückdrehen   und   Dich   leider   nicht   mehr   hierher   holen.   Das   Universum   ist   so   unerbittlich,   Leben   und Tod   ein   ständiges   Kommen   und   Gehen   und   manchmal   tut   es   eben   auch   richtig   weh.   Auch   diese   Erkenntnis   verbindet   sich   für mich   mit   Erinnerungen,   die   wir   zum   Glück   mit   uns   herumtragen   dürfen.   Deshalb   bist   Du   immer   noch   hier   bei   uns   und   so wird es wohl bleiben – besonders an einem Tag wie diesem, Deinem Geburtstag. Du bist in unser aller Gedanken und HIER! Hartmut, Evi & Lily (jetzt in Halberstadt)                                                                                                                                       07.03.2016  - erster Todestag Liebe Heike, ist   wirklich   schon   wieder   ein   ganzes   Jahr   vergangen?   Zwölf   Monate,   365   Tage?   Diese   Zeitspanne   kommt   mir   so   unheimlich kurz   vor,   so   als   wäre   es   gestern   geschehen.   Wir   haben   uns   vor   einem   Jahr   nicht   verabschieden   können.   Obgleich   Du wahrscheinlich   geahnt   hast,   wie   beschissen   es   um   Deine   Gesundheit,   also   um   Dein   Leben,   steht,   hast   Du   am   Telefon   stets Deinen   Optimismus   herausgekehrt.   So   etwas   vermögen   nur   starke   Charaktere.   Umso   bitterer   ist   es,   dass   Du   gehen musstest.   Diese   365   Tage   sind   unheimlich   schnell   vergangen,   wie   ein   Wimpernschlag   und   ich   frage   mich   seither   immer wieder,   wer   dieser   Idiot   war,   der   Dir   den   nächsten   Wimpernschlag,   den   danach   und   dann   noch   einen   u.s.w.   nicht   gegönnt hat.   Du   gehörst   hierher,   wo   Deine   vielen   Freunde   sind,   Deine   Band   CITY   und   wo   das   Leben   ist.   Nun   bist   Du   Erinnerung geworden   und   das   wirst   Du   so   lange   bleiben,   bis   wir   alle   in   den   Erinnerungen   anderer   sein   werden.   Du   kannst   auf   uns warten, es hat aber keine Eile! HH, Evi & Lily                                                                                                                                                                        25.08.2015 Hallo Du, irgendwo,                                                                                 heute   ist   der   25.   August   und   bei   Dir   sollte   das   Telefon   klingeln.   Du   solltest   Glückwunschkarten   lesen,   e-Mails   empfangen, Hände   schütteln,   Dich   umarmen   lassen   und   viele   Geschenke   entgegennehmen.   An   einem   Geburtstag   ist   das   so   üblich.   Doch nichts   dergleichen   wird   heute   geschehen.   Kein   Telefon   wird   klingeln,   keine   Glückwünsche,   keine   Mails   und   auch   kein einziges   Geschenk.   Niemand   wird   heute   lachen.   Umarmen   werden   sich   andere   –   Deinetwegen.   Das   Geschenk   für   uns   alle warst   DU,   denn   DU   warst   eine   von   uns.   Musik   liebend,   besonders   die   von   CITY,   und   immer   ein   Lächeln   im   Gesicht   mit   den braunen   Augen   darin.   Das   ist   es,   woran   ich   heute   erinnern   möchte,   woran   ich   denke   -   Dein   Lächeln.   Und   ich   denke   auch   an Jürgen,   der   das   alles   aushalten   muss.   Denn   heute   hättest   DU,   liebe   Heike,   Geburtstag   feiern   sollen,   so   wie   damals,   am   25. August   2007   während   der   fröhlichen   Gartenrunde   in   Elsterwerda.   Keiner   wird   Dich   jemals   vergessen,   Heike,   keiner.   Wir   sind bei Dir, ganz egal, wo Du gerade bist. Hartmut, Evi & die kleine Dame Lily.                                                                                                                                                                                März 2015 P.S. für Heike In   diesen   Tagen   habe   ich   oft   darüber   nachgedacht,   wie   schnell   doch   die   Zeit   vergeht   und   wie   flüchtig   wir   mit   vielen Momenten   unseres   Lebens   umgehen.   Da   geht   eine   aus   unserer   Mitte   für   immer,   eine,   die   ich   seit   vielen   Jahren   Freundin nenne,   und   der   ich   an   dieser   Stelle   nur   einige   sehr   persönliche   Zeilen   widme   und   Eure   Resonanz,   die   hundertfache Bekundung   von   Anteilnahme,   Wertschätzung   und   Bewunderung,   hat   mich   dennoch   überrascht.   WARUM   gelingt   es   uns   nicht schon   mehr   zu   unseren   Lebzeiten,   jenen   Menschen,   die   wir   lieben   und   die   wir   achten,   die   zu   unserem   Leben   gehören, unsere   Bewunderung,   Wertschätzung,   Achtung   und   Liebe   zu   zeigen?   WARUM   erfreuen   wir   uns   gegenseitig   so   selten   schon im   Heute?   Lasst   uns   bitte   zukünftig   die   vielen   schönen   Momente   intensiver   gemeinsam   genießen   und   sagen   wir   unseren Lieben   doch   schon   jetzt,   wie   sehr   wir   sie   schätzen,   bewundern   und   brauchen.   Dann   hätten   diese   weit   mehr   als   2000   Klicks wenigstens   über   ihren   Tod   hinaus   noch   einen   lebendigen   Sinn.   Das   wäre,   da   bin   ich   mir   sicher,   auch   ganz   in   ihrem   Sinne. Das hätte HEIKE auch so gewollt.                                                                                                                                                                    07.03.2015 Liebe Heike, nun   bist   Du   einfach   gegangen,   ganz   leise   und   für   immer.   Die   Krankheit   hatte   wohl   mehr   Potential,   als   Du   selbst   ahnen konntest.   Nun   bist   Du   „erlöst“   von   Deinem   Leiden,   aber   auch   nicht   mehr   unter   uns.   Wir   sind   unendlich   traurig,   es   tut   uns weh.   Wir   hatten   so   viele   schöne   gemeinsame   Begegnungen.   Wir   haben   viel   gelacht,   Du   hast   versucht,   im   Garten   mit „Struwelhans“   ein   Zelt   aufzubauen   und   mich   für   City   zu   begeistern,   obwohl   das   gar   nicht   mehr   nötig   gewesen   wäre.   Es   sind diese   unvergesslichen   und   glücklichen   Momente,   wie   die   beim   Gundermann-Tribut,   die   in   Strehla   oder   Landsberg,   die   von Niesky   und   auch   jene   in   Braunsdorf,   an   die   wir   jetzt   wieder   denken.   Wir   haben   in   den   vergangenen   Monaten   telefoniert, wohl   wissend,   dass   Du   einen   ungleichen   Kampf   vor   Dir   haben   würdest.   Dein   Optimismus   hat   Dich   getragen   und   gestärkt, gereicht   hat   es   trotzdem   nicht.   Es   tut   uns   einfach   unendlich   leid   und   das   Endgültige   zu   akzeptieren   fällt   schwer.   Du   bist einen anderen Weg gegangen, aber sei sicher, in unseren Gedanken ist immer genug Platz für Dich. Wir   schreiben   Dir   diese   Zeilen   gegen   das   Vergessen.   Niemand   aus   unserer   Runde,   aber   wirklich   KEINER,   soll   jemals   einfach so (im Netz) verschwinden! Wir werden die Erinnerung wach halten. Versprochen. Bye, bye liebe Heike und „Danke Engel“. Hartmut, Evi & Lily