Lebensgefühl Rockmusik HH aus EE
Goldenes Abitur (Jahrgang 1968) in Elsterwerda                                                       15.06.2018 „To everything turn, turn, turn, there is a season and a time to every purpose under heaven” (Pete Seeger / The Byrds, 1965) Dieser Freitag im Juni ist für mich ein ganz besonderer Tag. Vor 50 (in Worten: fünfzig) Jahren habe ich an der (damaligen) EOS in Elsterwerda mein Abitur abgelegt. Sich an den Tag zu erinnern, treffen sich heute, am 15. Juni 2018, die Abiturienten*innen der drei Klassenstufen, die des Jahrganges 1968, zu einer gemeinsamen Feier im heutigen Elsterschlossgymnasium. Vor fünfzig Jahren hatten wir auch eine Fete und einige haben danach den Morgen im Kornfeld verschlafen. Damals waren meine Haare schwarz, dicht, sie verdeckten fast meine Ohren und stießen auf den Hemdkragen. Heute ist das Haar weiß, dünn und es fällt weit über meine Schulter. Aber es interessiert keinen mehr. Damals war das, im Gleichklang mit der Beatmusik, stiller Protest pur! Diese vier Jahre an der Penne, von 1964 bis 1968, waren jene Jahre, die mich für den bisherigen Rest meines jung gebliebenen Lebens formten. Neben einer geballten Ladung Grundwissen, sind Beatmusik, Liebe und Frieden das, was ich als „Love & Peace“ aus jener turbulenten Zeit, den 60er Jahren, in mein weiteres Leben mitgenommen habe. Das mag vielleicht manchem, der das heute liest, als zu hoch formuliert erscheinen, aber in jene Zeit fallen solche Ereignisse wie das legendäre Woodstock, der dreckige Vietnam-Krieg der USA sowie der Prager Frühling im Nachbarland. Außerdem gehörten zwei Jahre davon einer schwarzhaarigen Schönheit aus dem Dorf nebenan, die mir das Herz gestohlen und den Kopf verdreht hatte. Vier Jahre an der Penne haben aus mir, so ganz nebenbei, auch einen enthusiastischen Musikliebhaber gemacht. Nicht zuletzt dank unserer sehr engagierten und toleranten Musiklehrerin Renate Thaten, der ich noch immer sehr in Freundschaft verbunden bin.                                               Alle Fotos auf dieser Seite kann man durch Anklicken vergrößern. Ihre Begeisterung für Musik hat sie an viele von uns weitergegeben. Auch ich sang im Schulchor (als Tenor), durfte an einer Tournee durch die damalige VR Polen teilnehmen und habe jedem jährlichen Chorlager in Frauenstein entgegengefiebert. Das waren schöne erlebnisreiche Tage, meist ausgefüllt mit Gesang, morgens mit Frühsport und abends mit Stunden, die ich auch niemals vergessen werde. Mir fällt eine Klassenfahrt nach Wittenberg mit unserer Klassenlehrerin Gisela Schuster ein. Wir waren im Wörlitzer Park, haben flüssigen Stick- und Sauerstoff bewundert und abends auch einmal etwas zu viel getrunken. Mit der AK8 meines Vaters habe ich davon einen 8mm-Schmalfilm gedreht, der diese wundervollen Stunden als flimmernde Erinnerungen bis heute aufbewahrt. Direkt nach dem Abitur ist fast die ganze Meute gemeinsam zum Darß gefahren. Dort gab es einen Zeltplatz sowie einen Strand, den man nach einem Fußmarsch quer über die Landzunge erreicht hat. FKK-Baden nach dem Abitur. Solche und andere Erlebnisse schweißten zusammen und verbinden uns bis heute.  An der Penne gab es eine Schüler-Combo, in der zwei Mal Frank, zwei Mal Hartmut und ein Max, als FraHaMas, alles nachspielten, was mit drei oder vier Akkorden auf der Gitarre spielbar war. Nie wieder danach erklangen „Hang On Sloopy“ so dreckig, „Painter Man“ so wild und „Poor Boy“ so schräg, wie aus unserem alten Röhrenverstärker! Trotzdem bestanden wir alle, mehr oder weniger gut, das Abitur und erhielten die Facharbeiterbriefe als Maurer sowie für andere Berufe. Abitur mit Berufsausbildung nannte sich diese Kombination und ein Abwählen von Fächern gab es auch nicht. Dennoch wurden wir mit freundlicher Strenge zu Leistungsbereitschaft und Toleranz erzogen. Das bisschen Rotlicht haben wir gesund überlebt, hat vielleicht sogar zu eigener Meinungsbildung beigetragen. Diese und ähnliche Gedanken gehen mir während der dreistündigen Fahrt vom Harz bis in den Elbe-Elster Kreis durch den Kopf. Drei Stunden für fünfzig Jahre. Wir haben uns alle zehn Jahre getroffen, geredet, uns auf den aktuellen Stand gebracht. Wir waren dabei niemals vollständig und irgendwann gab es diese Chance nicht mehr. Die einen durften nicht kommen, die anderen gingen viel zu früh. So sehr letzteres auch schmerzte, die Vorfreude auf meine Klassenkameraden*innen überwiegt spürbar deutlich und dann gibt es ja noch die Neugier auf jene aus den beiden Parallelklassen. Werde ich den Einen oder Anderen wiedererkennen und vor allem, wie haben sich die Damen und Herren verändert, die ich vor fünfzig Jahren als jugendliche Mitschüler und weibliche Schönheiten zum letzten Mal sah? Das Einzelzimmer im Hotel „Weißes Roß“ ist klein, aber praktisch. Es gestattet einen verdeckten Blick auf den Innenhof. Die ersten Begegnungen im Treppenhaus sind überaus herzlich, als hätte man sich vor wenigen Tagen erst, statt vor vier Jahren, zum letzten Mal gesehen und daran wird sich auch in den nächsten Stunden nichts ändern. Gemeinsam gehen wir - Bärbel, Silke, Bernd, Volker sowie zwei Ehepartner – den Weg zum heutigen Elsterschlossgymnasium. Durch die kurze Fußgängerzone, über den Markt, vorbei am ehemaligen Pionierhaus und dem Gebäude, das den historischen „Rautenkranz“ ersetzt hat, in Richtung Postmeilensäule und Elsterbrücke. In meinem Kopf werden Bilder davon wach, wie es vor fünfzig Jahren hier aussah. Den Gedanke, dass die große Gründfläche und der alte Brunnen auf dem Marktplatz viel Beton und Stein gewichen sind, empfinde ich inzwischen als bedrückend. Auf einmal fehlen Flair und das gewisse Etwas, was der Ort, zwischen Hotel und der Brücke, ausstrahlen könnte. Dieser Abschnitt „blühender Landschaften“ fühlt sich nur wie mit frischem Grau versehen an. Dass ich nicht mehr hier wohne, wird mir in diesen Minuten noch deutlicher bewusst. Von der Brücke ist der Blick auf das Elsterschlossgymnasium frei. Der historische Gebäudekomplex aus dem 17. Jahrhundert steht noch immer so stolz wie damals am Flussbett. Die Personen davor, können nur Ehemalige sein, darunter meine Klassenkameraden und schon wenige Schritte weiter, stehen wir uns gegenüber. Dies ist der Moment, auf den ich über ein Jahr lang hingearbeitet und gefiebert habe. Sie sind fast alle hier, sind gekommen, um diesen einmaligen und denkwürdigen Tag gemeinsam zu begehen. Sie kamen aus dem tiefsten Bayern und dem Westfälischen, sie können, wenn sie es wollen, das „R“ rollen und beherrschen den Berliner Straßen-Slang. Einige sind dieser Gegend treu geblieben und hätten mit dem Drahtesel kommen können. Dies hat sich allerdings Bernd aus Gütersloh in Form einer Etappenreise gegönnt. Respekt, 450 Kilometer und rotierende Speichen! Dies und vieles andere mehr wird die Gespräche der nächsten Stunden prägen, auf die ich mich freue. Wir werden klassenweise und dem Alphabet nach sortiert und so in die Aula geleitet. Ich lande in der ersten Reihe, an der Bühnenkante, so wie ich es gewöhnt bin. Freier Blick auf das Podest, auf dem vor fünfzig Jahren auch schon ein Flügel stand. Das Bild von Lenin, am Ufer des Flusses, hängt nicht mehr im Hintergrund und das ist gut so. Die Zeiten sind andere, denn der Lauf der Geschichte hat korrigiert. Die für uns auf dem Podium musizieren, sind genau so jung, wie wir es damals waren. So eine Gitarre hätte ich auch gern besessen und die Technik lässt mich staunen. Wie viel besser hätte wohl „Sound Of Silence“ damit geklungen? Für uns wird deutsch gesungen, immerhin! Sie tun es dezent, ein wenig artig und irgendwie auch schüchtern, vor uns Alten. Aber ich kann es verstehen, in Abwandlung eines alten Liedes der Klaus Renft Combo, von deren Musik sie sicher kaum etwas gehört haben. Sie eifern ihren eigenen Idolen nach und singen deren Lieder. Danach spricht der Schulleiter, den wir früher Direks nannten, und er spricht gut, kurz und prägnant, in Anbetracht der Schwüle im Raum. Uns rinnen Schweißperlen in den Nacken und andere geheime Orte. Als es um’s Küssen geht, wird gelacht und manchmal nicke ich den Worten von Martin Goebel einfach nur zu. Es gefällt mir, was er sagt und dass er ein wenig aufgeregt scheint, auch. Es sind die Gefühle, die uns in diesen Momenten mehr oder weniger fest im Griff haben, ohne das wir bei der folgenden Zeremonie der „Zeugnisübergabe“ in Demut verkrampfen. Es ist vielmehr richtiges Vergnügen, dieses eine, letzte Mal, die Bestätigung für unsere „Reifeprüfung“ plus ein Blümchen entgegen zu nehmen. Das habt Ihr wirklich schön und mit viel Liebe zum Detail für uns vorbereitet. Natürlich berührt mich diese Geste und natürlich bin ich sehr dankbar, diesen einen kleinen Augenblick, gemeinsam mit den anderen in diesem besonderen Raum, erleben und genießen zu dürfen. Es ist auch der Augenblick, an Jürgen, Wolfgang, Frank, Hennry und Albrecht sowie an Gisela, unsere damalige Klassenlehrerin, zu denken, die alle zu früh gehen mussten. Wie schön wäre es, sie jetzt noch unter uns zu wissen, diese Stunden mit ihnen teilen zu können. Inzwischen stehen wir eine Etage tiefer, oben vor der Tür zur Treppe, die auf den „Schulhof“ mit dem Brunnen und der gigantischen, etwa 400 (!) Jahre alte Platane führt. Dort saßen wir schon vor diesen fünf Dekaden und wer weiß, was der Prachtbaum noch alles sehen und erleben durfte. Ein Glück, dass Schweigen eine ihrer Tugenden ist, aber andererseits auch schade, dass die Platane aus ihrem Leben uns nicht erzählen kann. Oben auf der Treppenplattform, von der nach links und rechts die Stufen auf den Hof führen, nimmt mich eine junge blonde Schönheit in einem leuchtend blauen Kleid in Empfang und führt mich die Stufen hinab. Was für ein schönes und erhabenes Gefühl! Ich fühle mich stolz wie ein Pfau, während Wiebke mich zu meinen Klassenkameraden mit deren Begleitern*innen führt. Mein Alter ist vergessen, das Zipperlein auch, mein ergraute Haar und irgendwie ist auch die Zeit für einen Moment in ehrfürchtiger Ruhe erstarrt. Es ist genau der Augenblick, von dem Faust wohl meinte, ihn festhalten zu müssen, denke ich und dann habe ich dieses Kränzchen aus geflochtenem Eichenlaub, mit den goldenen Bändern daran, auf meinem dünn besiedelten Haupt. Ich bin ein Pennäler, ein 68er von 68 Jahren! Hallelujah! Das anschließende Promenieren mit dem Kranz auf dem Kopf fühlt sich eigenartig an. Ein Gefühl, der Wind könnte mir das Gebinde vom Haupt pusten, ist allgegenwärtig. Egal, ich kann jeden Schritt, mit all den Erinnerungen im Kopfkino, genießen, das Wetter ist prima und die Fassade des Gebäudes vor mir leuchtet mich strahlend gelb an. Ich halte eine sympathische Schönheit im Arm, wir haben sogar Muse, zu plaudern und im Grunde meines Herzens bin ich glücklich, kann jeden Moment bewusst in mich aufsaugen, als wir um den Brunnen herum geführt werden. Was will man eigentlich mehr, mit einer solch zauberhaften Fee an der Seite. Vielleicht wäre jetzt eine kleine Pause mit einem Kaffe gut, das alles ein wenig sacken lassen zu können. In der Aula finden wir eine Kaffeetafel vor. Fleißige Hände haben hier umgeräumt. Die einstige 12b1 platziert sich entlang der Fensterreihe zum Schlosshof hin. Hier werden wir bleiben und dennoch, wie in einem Bienenstock, immer wieder aufstehen, die Plätze wechseln, um möglichst viele Gespräche zu führen, Informationen zu bekommen und die Zeit mit Gemeinsamkeit auszufüllen. Falls es so etwas wie Anspannung gab, ist die jetzt wie weggeblasen. Wir trinken Kaffee, die meisten genießen Kuchen und ich entscheide mich für ein lecker belegtes Brötchen. So gestärkt, habe ich endlich die Ruhe, die Runde genauer zu betrachten. Ich spreche mit Ilva aus der b2, die ich schon seit der 2. Klasse kenne und mit Elke aus eben dieser Zeit. Uns verbinden viele gemeinsame Erinnerungen. Mit Gaby aus der 12k unterhalte ich mich, wir sprechen über die Zeit im Internat, wo ich ein und aus ging. Meine Frage nach der blonden Maria aber, deren jugendliches Gesicht in meiner Erinnerung geblieben ist, kann mir niemand beantworten. Leider. Am intensivsten sind die Gespräche mit meinen Klassenkameraden, mit denen mich über all die Jahre noch immer sehr viel verbindet, weil wir stets lose in Kontakt blieben. Die Gesprächsthemen sind vielfältig, das leidige Beschreiben von Krankheitsverläufen bleibt zum Glück außen vor. Es dominieren die gemeinsamen Erlebnisse, längst vergessene Erinnerungen werden zum Auftauchen angeregt und es wird viel gelacht. Viele Ehemalige, die seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder hier sind, nutzen die Angebote von Führungen durch das Schulgelände. Ich entscheide mich für einen Solo-Spaziergang über den Hof, um persönlichen Erinnerungen nachzuhängen und an jene Plätze zu gehen, die sich damit verbinden: Der Blick, den wir aus unserem Klassenzimmer hatten und der Gang um den Brunnen, auf dessen Rand wir oft saßen, um zu quasseln. Dort, wo man heute tief in den Park hinein schauen kann, stand einst eine Turnhalle und das Gelände rund um das schöne alte Gärtnerhaus aus Fachwerk hat sich auch sehr verändert. Manchmal passen meine Bilder im Kopf gar nicht mehr mit den aktuellen zusammen. Doch die erhabene gewaltige Platane steht wie eh und je an ihrem Platz, als wäre hier nichts geschehen und die Zeit so relativ wie nur möglich. Es ist schön, noch einmal die Schritte unter ihr Riesendach zu lenken, um zu verharren. Ein frisches Bier wäre jetzt eine gute Idee … Ich bin wieder in der Aula und vor mir auf dem Tisch ein Bier. Das Team um Frau Nicklisch hat ganze Arbeit geleistet. Kein Wunsch bleibt unerfüllt, wir werden umsorgt und bestens betreut. Letztlich ist es wieder einmal unser Russischlehrer Horst Paulick, dem mit notierter und eingeprägter Detailkenntnis eines jeden Schülers überrascht und uns mit passenden Anekdoten unterhält. Die 85 Jahre sieht man ihm nicht an und seine Vitalität fegt jeden Gedanken daran hinweg. Der Mann ist eine Legende und ein heimatgeschichtliches Original in einem. Jeder im Raum bewundert und achtet ihn, beinahe jeder sucht auch das persönliche Gespräch mit dem beliebten Lehrer. Kein Wunder, dass die Zeit unbemerkt vergeht. Ich finde einen Moment, um Grüße vom Lehrerehepaar Renate und Gotthold Trimolt an die Meute zu übermitteln und ich werde von Ferdinand mit einer steinalten Single der Byrds, „Turn, Turn, Turn“ (1965), überrascht. Hannelore und Bernd überreichen mir eine Flasche eigenen Weines und ich stehe da mit einem Kloß im Hals. Zum Glück gibt es Bier und viele andere Themen zu besprechen. So bemerke ich zunächst nicht, dass einige sich schon wieder verabschiedet haben und die 12b1, wieder einmal, als harter Kern, das Ende verquasseln könnte. Wir lösen die verbliebene Runde auf und führen sie mit zwei frischen Gläsern Bier im Hotel Arkus weiter, ehe auch dort die Tische eingeklappt und die Hähne zugedreht werden. Danach ist dieser Tag am Ende, das Goldene Abitur 2018 Geschichte. Nicht aber für mich. Der Zufall will es, dass ich im Innenhof vom „Weißen Roß“ noch Licht entdecke. Ich bin neugierig und werde mit einem Schrei begrüßt – Manu(ela)! Das Hotelier-Ehepaar Doreen und Hannes, einst lustige Mitglieder in „meinem“ Jugendclub, sowie besagte Manu, Schwester von Doreen, und ihr Mann Lutz, sitzen um eine Flasche uralten Whisky. Mit dieser Truppe, plus einigen anderen, verbinde ich ebenso intensive Erinnerungen, wie mit meiner Abi-Klasse von der Penne. Also bleibe ich und versuche, noch einen Schluck zu trinken, was mir mit Whisky nicht gelingt. Die Tochter von Manu löchert mich nach Erlebnissen aus jener Zeit und wir verbringen noch eine gute halbe Stunde zusammen. Dann streikt mein Körper, die Füße drohen einzuknicken und Whisky, so gut diese Sorte auch sein mag, ist einfach nicht mein Ding. Sorry Hannes. Mein Bett ruft mich und ich gehorche. Gute Nacht, bzw. schon einen guten Morgen! In fremden Betten schlafe ich schlecht. Das spüre ich nach dem Aufwachen. Auch eine Dusche ändert daran wenig. Es ist morgens nach acht, als ich mich an den Tisch setze. Carmen, die eigentlich Renate heißt, und Ferdinand sind schon da. Silke, Bärbel (eigentlich Barbara), Bernd und Volker trudeln nach mir ein. Beim Kaffee lassen wir den gestrigen Nachmittag und den Abend nach einmal nachleben, die Gedanken sind aber auch schon nach vorn gerichtet. Wann und wo werden wir uns erneut treffen und wie wollen wir es anstellen? Die ersten Anregungen nehmen wir schon mit nach Hause und dann heißt es, sich zu verabschieden. Schnell, herzlich und ganz ohne Tränen, denn wir werden uns wiedersehen. Auch ich verstaue alles im Auto. Noch ein Blick zum alten Fachwerkhaus neben dem Hotel. Dort ist die Kleine Galerie „Hans Nadler“ untergebracht und darüber habe ich als „Kulturbund-Chef“ versucht, gute Miene zu blödem Spiel zu machen. Abgehakt, vergessen, Vergangenheit. Auch derjenige, dem ich das zu verdanken hatte - geschenkt! Im Leben zählen schöne Erfahrungen und die Momente, die uns ein sinnvolles und reiches Leben schenken. Was zählt, sind echte Freundschaften und Menschen, die man liebt und die einem gleiches zurückgeben. Mit deren glücklichen Lachen im Hinterkopf beginne ich die Reise zurück in den Harz, voll mit Emotionen und wundervollen Erinnerungen. Dafür möchte ich EUCH danken. Ich bin unheimlich glücklich, dass mich das Schicksal, oder wer auch immer, gerade mit Euch, meiner Klasse, zusammengeführt hat und diese vier Jahre erleben ließ. Das fühlt sich immer noch toll und großartig an.     Diese Zeilen widme ich in liebevoller Erinnerung meinen Klassenkameraden und Lehrerinnen, die diese Stunden nicht mehr miterleben konnten, die meine Freunde und ich aber gern noch einmal mit ihnen geteilt hätten. Ich denke an Jürgen Pötsch, Frank Löwe, den Bruder im Geiste mit exakt dem gleichem Geburtsdatum, an Wolfgang „Quacke“ Kuhl, an Hennry Altmann, Albrecht „Atzly“ Zlydnik sowie Gisela Schuster, unsere Klassenlehrerin, an Margit Renner (Ja auch sie!) sowie last but not least an unseren Direks Karl Gröbner. In unseren Gedanken seid Ihr alle bei uns gewesen. DANKE all jenen, die uns die schönen Stunden im Elsterschlossgymnasium Elsterwerda geschenkt haben. Bleibt alle gesund, passt auf Euch auf und bewahrt die Ideale, mit denen wir aufgewachsen sind, für eine friedliche, glückliche Zukunft unserer Kinder und Enkel.                                                           “A time of peace I swear it’s not too late.” (”Turn, Turn, Turn” - Pete Seeger, 1950)             Nach der Zeremonie mit der bezaubernden Wiebke. Post scriptun:  Natürlich hätte ich von den ca. 200 Fotos gern einige mehr gezeigt. Aus “Respekt & Ehrfurcht” vor dieser bekloppten neuen EU-Datensch(m)utzverordnung verkneife ich mir das aus aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Danke Brüssel!