Lebensgefühl Rockmusik HH aus EE
Erinnerungen an CÄSAR                                                                                                              23.10.2012 CÄSAR lebt nicht mehr! Diese Nachricht verbreitete sich am Morgen des 23. Oktober 2008 schneller unter den Fans und Weggefährten, als die alljährliche Grippewelle und sie hatte auch deutlich mehr Schmerz und Unwohlsein verbreitet, die beide so schnell nicht zu heilen waren. Wie auch? War doch dieser CÄSAR vielen zum Idol und Vorbild, zum Begleiter auf seinen Wegen oder auch zum Freund geworden. Manchen hat seine Musik runde 40 Jahre seines eigenen Lebens begleitet, hat ihm oder ihr Freude bereitet, über schlechte Tage geholfen oder Zuversicht in schlimmen Momenten gegeben. Nun hatten wir alle selbst einen solchen ganz schlimmen Moment und nichts und keiner konnte uns in dieser bitteren Stunde helfen. Es war plötzlich alles grau und kalt war es auch geworden, denn unser CÄSAR lebte nicht mehr. Es waren so schöne Stunden beim Fanclubtreffen 2008, als CÄSAR plötzlich gut gelaunt in Begleitung von Simone erschien. Wir haben viel gequasselt, viel gelacht und keinen einzigen Gedanken an seine Krankheit verschwendet, denn wir alle waren voller Hoffnung auf eine noch lange gemeinsame Zeit. An diesem Abend fühlte es sich genau so an und deshalb werde ich diese letzten Stunden, die einige von uns mit CÄSAR verbringen durften, nie vergessen. Nicht das gemeinsame Blättern im Album mit Fotos und Autogrammen, nicht die Gespräche über Musik und unsere beiden Hunde und erst recht nicht, die Ausgelassenheit, die über diesem wunderbaren Abend lag. CÄSAR war da und als er später in die Nacht entschwand, ahnte wohl keiner, dass dies ein Abschied für sein würde. Aber es war so. Er hätte so gern gewollt, dass es noch einmal „rundelt“, wie ich weiß und auch, dass wir alle dieses „Rundeln“ mit einem wunderbaren Konzert hätten feiern sollen. Er mit den Spielern und Gästen auf der Bühne im „Anker“ und wir alle miteinander im Saal. Statt „Semper Fidelis“ hätte es vielleicht ein berauschendes „Semper Vigeo“ oder auch ein trotziges „Semper Vividus“ werden können. Bei allem Respekt, aber das hätte mir und vielen anderen letztlich doch besser gefallen, unseren CÄSAR live, statt als Einspielung, auf der Bühne zu haben. Diese Party hätte sicherlich das sehr emotionale „Semper Fidelis“ noch übertroffen, doch CÄSAR lebte nicht mehr. Manchmal lege ich mir eine der alten Vinyl-Scheiben auf oder eine der CD’s ein, um seine Stimme zu hören und Stimmungen hinterher zu lauschen. Ganz für mich allein, um meine Gedanken und auch die aufkommenden Emotionen nicht zu behindern. Ich brauche diese Art der „Besinnung“, des Aufgehens in der Musik, um mich selbst dabei zu finden. Dann füllt seine Musik die zeitliche Lücke, auch weil es nun Musik ist, die nur noch Konserve ist, nicht mehr live erklingen kann, denn CÄSAR lebt nicht mehr. Vier Jahre später ist vieles anders, weil verändert. Der Tod ist unerbittlich und das Leben viel zu oft erbarmungslos, von Menschen gemacht. Wir treiben uns weiter, Stillstand ist nicht vorgesehen und das Umfeld hierzulande hat zudem andere Prioritäten auserkoren, als solche, die man sich wünscht, wie etwas mehr „Zeitlos“ zu leben. Und dennoch: Dieser Blick  nach vorn geht, zumindest für mich, auch nur mit dem zurück. Wenn ich nicht vergesse, woher und mit welchen Idealen im Gepäck ich gekommen bin, dann lasse ich mir mein Bild von der Zukunft auch nicht von noch so viel flachen Verführungen vernebeln. Und CÄSAR wird für mich und viele andere der bleiben, den ich kennen und achten gelernt habe. Gerade weil er nicht so glatt und nicht frei von Widersprüchen gelebt hat, nie so tat, als wüsste er schon alles im Voraus. In seinem Leben und seinen Zweifeln konnten sich viele selbst wieder entdecken. Es stimmt, CÄSAR lebt nicht mehr, doch die Erfahrungen seiner Generation, die sind noch immer da, denn wir leben und wir denken an Dich. Heute ganz besonders, mein CÄSAR.          Danke Simone Dake für das Foto